Die erste Nacht vor Anker
Wir verließen die Hafenzufahrt und fuhren auf den See hinaus. Das Boot ließ sich gut steuern. Ich gab etwas mehr Schub, und die Mareike nahm Fahrt auf. Ich kann gar nicht oft genug erwähnen, wie toll sich das alles anfühlte.
Ein Stück weiter suchten wir uns einen geeigneten Ankerplatz. Das kannten wir ja schon von unseren Schlauchbootfahrten.

Jetzt mussten wir uns erst einmal sortieren, denn alles brauchte seinen Platz. Wir machten „Klar Schiff“, und zwischendurch gab es frischen Kaffee. Den konnten wir tatsächlich an Bord kochen: Wir hatten einen Campinggaskocher mit Kartuschen dabei und einen Cadac-Gasgrill, der mit einer 5-Liter-Gasflasche betrieben wird. Kaffee und warmes Essen waren also kein Problem. Gegrillt wird bei uns übrigens nur auf der Plicht, und auch heute, wo eine geschlossene Persenning darüber liegt, nur bei herausgenommenen Seitenteilen.
An Bord der Mareike gibt es vier Schlafplätze: zwei Hundekojen und eine Koje für zwei im Bug. Bei den Hundekojen stecken die Beine bis zum Bauch in einer schmalen Nische von 50 × 50 Zentimetern unter der Plicht, während der Oberkörper frei in der Kajüte liegt. Es sind Einzelbetten mit 1,90 Metern Länge.
Die Bugkoje wollten wir zuerst nehmen, also richteten wir sie zum Schlafen ein. Alles andere, was wir dabeihatten, kam an seinen angestammten Platz oder in die Hundekojen. Es blieb bei dieser einen Nacht in der Bugkoje: Man liegt dort mit dem Kopf direkt über der Toilette, die unter einer Klappe im Polster steht, und das ist wirklich äußerst unangenehm. Danach wurden die Hundekojen unsere bevorzugten Schlafplätze.
Die Plicht liegt unter freiem Himmel. Für den Sonnenschutz hatte ich kurz vor der Abfahrt noch den Sonnenschirm vom Balkon ins Auto gepackt, und die Lösung lag im Tisch: Der Plichttisch wird auf ein etwa 6 Zentimeter dickes Rohr gesteckt, das im Boden verschraubt ist, und mit einer Klemmschraube fixiert. Ohne Tischplatte war das der perfekte Schirmständer. Einfach ins Rohr gesteckt und mit Leinen am Boot festgemacht, damit er sich nicht wild dreht oder wegfliegt.

Dann saßen wir auf der Plicht, aßen zu Abend und genossen die Zeit auf dem Wasser und die langsam einbrechende Dämmerung. Und irgendwie fanden wir keinen Grund, den gebuchten und bezahlten Liegeplatz im Hafen anzufahren. Also blieben wir genau dort, wo wir waren. Pikes Hundebett hatte auf einer Backskiste am Heck seinen Platz gefunden, und er akzeptierte es wie immer.
Die erste Nacht auf dem Wasser war genau so, wie ich es aus meiner Kindheit kannte: Plätschern, Schaukeln, und irgendwo klappert irgendetwas im Rhythmus der Bewegung. Man hört die Natur und fast keine Menschen mehr, ganz anders als auf einem Campingplatz. Es ist wirklich herrlich.
Wegen Heike hatte ich ein paar Bedenken, denn sie hatte noch nie auf so einer „Nussschale“ geschlafen. Aber es gab keine Probleme, und sie genoss es genauso wie ich. Pike war wie immer gut drauf.
Der Anker hielt die ganze Nacht. Es war schönstes Wetter und kein Wind, und Strömung gibt es auf dem See ohnehin kaum. Am Morgen gab es Frühstück mit Kaffee.